Unser pädagogisches Konzept der Dimensionen des Lernens ist Grundlage aller didaktischen und fachdidaktischen Konzepte. Wir haben so eine gemeinsame Ausrichtung, die jede Lehrperson entsprechend der eigenen Schwerpunkte vielfältig ausleben und umsetzen kann. Damit tragen wir auch der Diversität unserer Lehrer*innen Rechnung.

Unsere „Dimensionen des Lernens“ sind

  • die soziale Dimension
  • die zeitliche Dimension und
  • die räumliche Dimension.

Die Soziale Dimension des Lernens

Die soziale Dimension des Lernens umfasst intrapersonelle und interpersonelle Komponenten.

Die intrapersonelle Komponente des Lernens beinhaltet unter anderem die Wahlfreiheit, die kontinuierliche Selbstreflexion und das lernförderliche Feedback. Dies sind für uns wesentliche Faktoren eines motivationsfördernden Lernprozesses.

Jede Klasse bietet nicht nur verbindlich Phasen freier Arbeit (Freiarbeit, Interessensprojekte, freies Lesen) sondern auch stets Kern- und Wahlthemen (Vertiefung) an. Die didaktische Umsetzung geht hierbei von Wochenplänen, bis zu Epochenplänen und Lernzielarbeit.

Kernpunkt der kontinuierlichen Selbstreflexion und des förderlichen Feedbacks ist unser eigenes, selbstgestaltetes Lerntagebuch, das in allen Klassen zum Einsatz kommt. Wöchentlich reflektieren die Kinder hier ihr Arbeits- und Sozialverhalten und erhalten schriftliches Feedback der Lehrpersonen. Auf der Grundstufe 2 kommt darüber hinaus ein selbst entwickeltes System der schnellen Selbsteinschätzung am Ende jedes Arbeitsauftrages zum Einsatz, das mittels dreiteiliger Farbskala den eigenen Lernerfolg in Bezug auf den speziellen Arbeitsauftrag einschätzt.

Die interpersonelle Dimension des Lernens stellt den zwischenmenschlichen Aspekt des Lernens in den Mittelpunkt. Dabei wird vor allem der Gedanke, dass es ein ganzes Dorf braucht um ein Kind großzuziehen herangezogen. Durch das Arbeiten im Lehrer*innenteam gibt es für jedes Klasse mindestens drei Bezugspersonen, die in unterschiedlichem Ausmaß aber grundsätzlich gleichberechtigt die Kinder im Lernen begleiten. Somit kann sich das Kind Ansprechpartner*innen bei Problemen aussuchen und bei Erarbeitungen und Fördereinheiten immer wieder wählen, welche dieser Lehrpersonen seinen Bedürfnissen entspricht.

Bei Problemen oder Schwierigkeiten gibt es Beobachtungen und Eindrücke von mindestens drei verschiedenen Personen zu einem Kind. Um dies zu erreichen, wurden schulautonom Ressourcen umgeschichtet und geblockt. So soll es zu einer engmaschigen Förderung und Begleitung aller Schüler*innen kommen, um kein Kind zu „übersehen“.

Das Lehrer*innenteam ermöglicht außerdem kontinuierliche Kleingruppenarbeit vor allem auch klassenübergreifend.

Zusätzlich zum Lehrer*innenteam der Klasse haben sich alle Lehrer*innen verpflichtet auf eine regelmäßige, reflektierte Wahlfreiheit der Arbeitspartner*innen in unterschiedlichsten Sozialformen zu achten.

Die Zeitliche Dimension des Lernens

Die Woche teilt sich in den gemeinsamen Anfang am Montagmorgen, den geblockten Lernzeiten dienstags und freitags, dem Atelierbetrieb am Mittwoch und der gemeinsamen Wochenfeier und dem Abschluss am Freitag.

Die geblockte Lernzeit „gibt dem Lernen Zeit“. An zwei Vormittagen der Woche, dienstags und freitags für jeweils drei Stunden für alle Klassen zur selben Zeit findet sich hier Zeit für Vertiefung, für klassenübergreifende Übungsphasen oder lernstandsbezogene Erarbeitungen (ebenfalls klassenübergreifend).

Es soll aber auch dem sozialen Lernen Zeit gegeben werden: Das Projekt „Soziales Lernen mit ELLA“ findet ebenfalls in dieser Zeit statt, da das soziale Lernen gleich berechtigt neben dem fachlichen Lernen steht.

Der dritte Aspekt von Zeit – die Zeit nutzen stellt unser didaktisches Konzept des Lerntagebuchs und der Lernstandsdokumentation in den Mittelpunkt. Offene und individualisierende Arbeit verlangt von allen am Lernprozess Beteiligten Dokumentation, Transparenz und Rechenschaftslegung.

Die Räumliche Dimension des Lernens

Die räumliche Dimension des Lernens stellt den Raum als dritten Pädagogen in den Mittelpunkt. Unser Schulhaus spiegelt durch seine offene Architektur unsere offene Arbeit wider. Große Klassenräume (zwischen 60 und 90 m2) sind in vielfältig in vorbereitete Umgebungen gestaltet, zwei große Mehrzweckräume und breite Gänge bieten unzählige Möglichkeiten in unterschiedlichen Settings zu arbeiten und lernen.